Smerinthus kindermanni (Südliches Abendpfauenauge)

Lederer, 1857
 

Text: Michael Frank, Fotos: Manfred Dirr, Heiko Dünnfelder, Michael Frank, Dr. Steffen Schmidt

Abbildung 1: Smerinthus kindermanni ssp. orbata ♀, Foto: © Manfred Dirr
 

Diese wunderschöne Art bringt abhängig von ihrem Verbreitungsgebiet eine Reihe verschiedener Merkmale hervor, weshalb dieses Taxon wohl noch genauerer Forschung und einiger Revisionen bedarf. Nach eingehenden Studien diverser Literatur und eigenen Beobachtungen etwa durch Zuchten, schließen wir uns hier der Meinung von Danner, Eitschberger & Surholt [Herbipoliana, Band 4/1, 1998:96] an, und behandeln auf Grund der für uns nachvollziehbar beschriebenen phänotypischen Differenzen einige lokal isolierte Populationen ebenfalls als Unterarten. Die Musterung der Tiere ist sehr wenig variabel, lediglich die erste Generation im Jahr hat eine blassere und hellere Färbung. Falter aus heißen, trockenen Lebensräumen sind rötlicher und blasser gefärbt, als die aus kühleren und feuchten Lebensräumen, inwieweit diese Farbdifferenzen klimatisch bedingt, oder eine durch Isolation des Lebensraumes entstandene genetische Abspaltung von der Nominatunterart darstellen, ist wie bereits erwähnt, Gegenstand aktueller Untersuchungen und derzeit noch strittig.

Verbreitung
 

Das Verbreitungsgebiet dieser Art beginnt im äußersten Osten Europas in der Türkei, und erstreckt sich ostwärts über den Nord und Zentralirak, bis nach Zentralasien in Höhen von 300 bis etwa 2400 Metern. Im Süden reicht das Verbreitungsgebiet über den Libanon bis nach Israel, und im Südosten bis in die nördlichen Regionen Indiens. Die vor Allem im zentralasiatischen Raum fliegenden Unterarten sind durch natürliche Barrieren wie Gebirgskämme und Wüsten von einander getrennt. Die Tiere sind an wüsten-, und steppenartiges Klima gut angepasst.

Flugzeit
 

Die Falter fliegen abhängig von ihrem Lebensraum in bis zu drei Generationen im Jahr von März bis September. Überwinterungsstadium ist die Puppe. Die Raupen graben sich am Ende ihrer Entwicklung zum Teil recht tief in die Erde.

Futterpflanzen der Raupen
 

Die Raupen fressen zwischen April und Oktober vor allem dickblättrige Weidenarten, wie Salix taxa, oder Salix caprea (Salweide). In der Zucht werden aber auch schmalblättrige Arten wie Salix matsudana (Korkenzieherweide) und andere durchaus befressen. Typisch ist dabei, dass fast ausschließlich Büsche an tockenen und gut besonnten Standorten als Futterpflanzen ausgewählt werden. Werden die Tiere in der Zucht etwa mit Weiden aus feuchten oder sehr schattigen Standorten gefüttert, misslingt die Zucht zumeist, und die Raupen verenden an Durchfall und Infektionen.

Abbildungen 2: Salix matsudana, Foto: FelixXP, Lizenz: GFDL
Abbildungen 3: Salix caprea, Foto: © Dr. Steffen Schmidt
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Entwicklungsstadien
 

Die nachfolgenden Bilder zeigen die verschiedenen Entwicklungsstadien des Südlichen Abendpfauenauges. Zur Vergrößerung klicken Sie bitte einfach auf ein Bild.

Falter
 
Abbildung 4: Smerinthus kindermanni ssp. orbata ♀, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 5: Smerinthus kindermanni ♀, Foto: © Anonym
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Puppen
 
Abbildungen 6 - 8: Smerinthus kindermanni - Puppen ♂, verschiedene Ansichten, Foto: © Christian Dirr
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Raupen
 
Abbildung 9: Smerinthus kindermanni - Raupe L2, Foto: © Heiko Dünnfelder
Abbildung 10 - 12: Smerinthus kindermanni - Raupen, Foto: © Christian Dirr
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Eier
 
Abbildung 13 - 14: Smerinthus kindermanni - Eier, Foto: © Heiko Dünnfelder
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Präparate
 
Nominatart
 
Abbildung 15: Smerinthus kindermanni ♂, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 16: Smerinthus kindermanni ♂, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 17: Smerinthus kindermanni ♀, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 18: Smerinthus kindermanni ♀, Foto: © Manfred Dirr
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Unterarten
 

Während Forscher wie zum Beispiel A. R. Pittaway, sämtliche bisher beschriebenen Unterarten pauschal mit der Nominatunterart synonymisieren, gestehen Taxonomen wie Danner, Eitschberger & Surholt, einigen durchaus den Rang einer Unterart zu. Wie bereits oben erwähnt, schließen wir uns teilweise dieser Auffassung an und stellen einige der einducksvollsten Unterarten nachfolgend dar.

Abbildung 19: Smerinthus kindermanni ssp. orbata ♂, Foto: © Michael Frank
Abbildung 20: Smerinthus kindermanni ssp. orbata ♂, Foto: © Michael Frank
Abbildung 21: Smerinthus kindermanni ssp. orbata ♀, Foto: © Michael Frank
Abbildung 21: Smerinthus kindermanni ssp. orbata ♀, Foto: © Michael Frank
Abbildung 21: Smerinthus kindermanni ssp. orbata - Herbstgeneration ♀, Foto: © Michael Frank
Abbildung 21: Smerinthus kindermanni ssp. orbata - Herbstgeneration ♀, Foto: © Michael Frank
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Die oben dargestellte Unterart ssp.orbata zeigt recht deutlich den schon in der Färbung bestehenden Unterschied zur Nominatunterart. Zusätzlich ist die Unterart durch natürliche Barrieren wie Gebiergsketten und Wüsten von Vorkommen anderer Unterarten und der Nominatart getrennt. Die ssp. orbata fliegt im Syr darja Fusstal in Kasachstan, im Naryn Flußsystem, West-Tien-Shan, dem Fergana Tal, der Turkestankette, im Gissargebirge, im Amudarya Flusstal sowie im Norden Afghanistans.