Zerynthia rumina (Spanischer Osterluzeifalter)

Linnaeus, 1758
 

Text: Michael Frank, Fotos: Steffen Berstecher, Manfred Dirr

Abbildung 1: Zerynthia rumina, Foto: © Steffen Berstecher
 

Der Spanische Osterluzeifalter unterscheidet sich vom seinem Verwandten, dem Osterluzeifalter, durch seine deutlich ausgeprägtere Rotzeichnung. In den französischen Meeralpen überschneiden sich die Lebensräume der beiden Arten, die auf Grund ihrer Zeichnung aber recht einfach unterscheidbar sind.

Verbreitung
 

Im Südwesten Europas (Spanien und Portugal) und in Nordafrika weit verbreitet, und gebietsweise nicht selten. Im Süden Frankreichs (Ost-Pyrenäen und Provence) dagegen nur vereinzelt und lokal. Zerynthia rumina fliegt bis in Höhen von etwa 2000 Metern, meistens aber in Gebieten deutlich unter 1000 Metern Seehöhe. Als Lebensraum dienen neben Kulturlandschaften und Blumenwiesen vor allem heiße und trockene Habitate wie Ufer vertrockneter Flussbetten, aber auch heiße Schluchten in Küstennähe.

Flugzeit
 

Der Spanische Osterluzeifalter fliegt zumeist in einer Generation im Jahr von Ende März bis Mai. Es wurden jedoch Falter bereits im Februar nachgewiesen, und selten verschiebt sich die Flugzeit sogar bis in den Juli hinein. In günstigen Jahren kann die Art in den südlichen Verbreitungsgebieten auch eine zweite Generation ausbilden, die dann vom August bis in den Oktober hinein aktiv ist. Die Puppe überwintert an Felsen, Steinen, an Baumrinde und an der Stängelbasis trockener Pflanzen.

Futterpflanzen der Raupen
 

Als Futterpflanze dienen je nach Verbreitungsgebiet Aristolochia paucinervis, Aristolochia fontanesii und Aristolochia rotunda (in Nordafrika) sowie Aristolochia baetica und Aristolochia pistolochia (in Europa). Die Eiablage erfolgt zumeist grüppchenweise aber auch einzeln an den Blättern der Futterpflanzen, fast immer an der Blattunterseite.  Da die Raupen sich gerne sonnen, sind sie mit etwas Übung relativ leicht zu entdecken und zu beobachten.

Abbildungen 2 + 3: Aristolochia baetica, Foto: © Manfred Dirr
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Entwicklungsstadien
 

Die nachfolgenden Bilder zeigen die verschiedenen Entwicklungsstadien des Spanischen Osterluzeifalters. Zur Vergrößerung klicken Sie bitte einfach auf ein Bild.

Falter
 
Abbildung 4: Zerynthia rumina, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 5: Zerynthia rumina f. cantenerivon, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 6: Zerynthia rumina, Foto: © Setffen Berstecher
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Puppen
 
Abbildung 7: Zerynthia rumina - Puppe, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 8: Zerynthia rumina - Puppe, Foto: © Setffen Berstecher
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Raupen
 
Abbildungen 9 - 11: Zerynthia rumina - Raupen, Foto: © Manfred Dirr
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Eier
 
Abbildungen 12 - 13: Zerynthia rumina - Eier, Foto: © Manfred Dirr
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Präparate
 
Nominatart
 
Abbildung 13: Zerynthia rumina ♂, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 14: Zerynthia rumina ♂, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 15: Zerynthia rumina ♀, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 16: Zerynthia rumina ♀, Foto: © Manfred Dirr
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Variationen
 
Abbildung 19: Zerynthia rumina f. cantenerivon ♀, Foto: © Manfred Dirr
Abbildung 20: Zerynthia rumina f. cantenerivon ♀, Foto: © Manfred Dirr
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Der Spanische Osterluzeifalter bildet einige sehr interessante Formen und Variationen aus, von denen einige hier kurz beschrieben werden. Die f. medesicaste unterscheidet sich sehr häufig durch einen deutlich erkennbaren roten Fleck an der Basis der Hinterflügel-Oberseite. Die sehr attraktive f. honnoratii weist deutlich ausgeprägtere, länglich ovale, rote Flecke auf der Hinterflügel Oberseite auf. Auch der schon bei der f. medesicaste beschriebene zusätzliche rote Fleck an der Hinterflügelbasis  ist vorhanden.  Die f. canteneri, auch f. cantenerivon geschrieben, weist dagegen deutlich dunklere Zeichnungsmuster auf. Fast immer erscheinen die Weibchen dieser Form in einer satten ockergelben Grundfarbe, selten aber auch die Männchen.  Der in Nordafrika fliegenden f. africana fehlt  der  sonst immer vorhandene rote Fleck in Cu2, der hier schwarz gezeichnet ist.  Die roten Flecke an der Hinterflügel-Oberseite sind völlig in die Postdiskalbinde eingeschlossen. Insgesamt ist diese Form deutlich kontrastreicher und satter gezeichnet als die Nominatform.  Im Süden Spaniens fliegen einige sehr ähnliche Formen.